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2010 – Bendicht Friedli (CH)


"Leben ist Farbe und Licht, sie leiten meine Arbeit."

Ein kreativer Künstler darf nicht still stehen. Gute Kunst will stets neu erschaffen sein. Diese Maxime trifft auf Bendicht Friedli zu.

Der 1930 in Bern geborene, in der Bundesstadt aufgewachsene und seit 1959 in Unterseen (Schweiz) ansässige Künstler zeichnete schon in jungen Jahren gerne, oft und gut. Zeichnen und Malen waren dann auch für den Medizinstudenten und praktischen Arzt eine wichtige und stetig sorgsam weiterentwickelte Nebenbeschäftigung. Im Jahre 1988 wurde sie zum Hauptberuf: Bendicht Friedli entschloss sich, seine Praxis aufzugeben, um sich ganz dem freien künstlerischen Schaffen widmen zu können. Der Entschluss fiel dem beliebten Arzt nicht leicht. Doch was zu erwarten war, traf ein. Einem Vulkanausbruch ähnlich, begann eine kreative Produktion sondergleichen.

Dabei fasziniert eine vielfältige, experimentell entwickelte Technik. Anfänglich entstanden mit dem Skalpell verfertigte Papierschnitte. Nach einer mehrjährigen Phase mit mathematisch-geometrischen Arbeiten schloss sich eine Periode von flächiger Malerei mit wenigen reinen Farben an. Dann folgte unerwartet eine radikale Änderung.

Den anlagebedingten Hang zum Perfektionismus empfand der Rechtshänder plötzlich als Hindernis. Durch die Umstellung zum linkshändigen Schaffen entwickelte sich Friedlis Gestalten gewissermassen wie in der Kindheit neu. Und es blieb spontan und locker. Die linkshändigen Zeichnungen und Gemälde sind durch Signatur und Datierung in Spiegelschrift gekennzeichnet.

Seit Jahrzehnten bleibt sich der Künstler in seiner Thematik treu: Landschaften des Berner Oberlandes, Niesen und Stockhorn, Thuner- und Brienzersee, Katzen und Kühe, Blumen.

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Der genaue Bildbetrachter entdeckt jedoch immer wieder feine Nuancen. Neben der Malerei in Aquarell, Öl und Acryl pflegt Bendicht Friedli konsequent das umrissartige, lockere und grosszügige Zeichnen in seinen kleinen Skizzenbüchern.

Der Autor der zwei Bildbände über die Kunst von Bendicht Friedli (Haupt 1989/Stämpfli 2000), Peter Killer, schildert uns den Künstler als «von warmer Herzlichkeit, im Gespräch zuwartend, zurückhaltend, lakonisch-geistreich, von präziser Witzigkeit». Diese zutreffende Charakterisierung zeigt sich auch in seinem Schaffen, in dem eine reiche Fantasie, ein hohes gestalterisches Können und eine leuchtende Farbigkeit in harmonischer Abstimmung überzeugen.

Hans Suter

Informationen für Allergiker (PDF, 162 kb)
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